Vom Viereck zurück in den Parcours
- Daniel Winkler
- 26. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Samstag war Finaltag für den bayerischen Springreiter Helmut Schönstetter, der auch bei seinem zweiten Auftritt im Dressurviereck von Schloss Achleiten zu überzeugen wusste – diesmal unter erschwerten Bedingungen im strömenden Regen. Mit dem fünfjährigen Papillon erzielte der 40-Jährige im Final Test für fünfjährige Pferde 77,2 Prozent und legte damit noch einen drauf.

„Ich war allgemein sehr zufrieden“, sagte Schönstetter nach der Prüfung. „Wir konnten die Leistung von gestern solide wiederholen. Meine größte Sorge war die Aufgabe – die ist deutlich schwieriger. Aber wir haben uns nicht verritten. Das war das Hauptziel.“
Während sich Papillon auch im Regen gelassen präsentierte, blieb Schönstetter realistisch, was seine eigenen Dressurfähigkeiten angeht: „Ganz ehrlich, die Qualität von Papillon kann ich nicht rausreiten. Die Mängel, die die Richter sehen, sind absolut berechtigt. Der hat drei überragende Grundgangarten und einen super Charakter – aber ich als Springreiter kann das Potenzial in der Versammlung gar nicht ausschöpfen. Ich kann das gar nicht mehr sitzen.“
Dennoch: Papillon hat längst mehr als sportlichen Wert für Schönstetter. „Er hat sich einfach zum Herzenspferd entwickelt. Ich bin dann zu seinem Züchter nach Holland gefahren – und hab aus der Mutter drei weitere Vollgeschwister gekauft. Eins, zwei und drei Jahre alt. Jetzt hoffe ich, dass da jedes Jahr ein neues Dressur-Talent nachkommt.“
Kaum war die Siegerehrung in Achleiten vorbei, hieß es für Schönstetter auch schon wieder: Sattel wechseln, Richtung Bayern. „Ich fahre heute Nachmittag direkt weiter zu einem nationalen Springturnier bei uns – da geht auch Cardi MT von Frau Max-Theurer. Ein kleines 1,30-m-Springen zum Training, und nächste Woche steht das internationale Turnier in Donaueschingen an.“
Seine Hauptrolle bleibt die des Ausbilders der Pferde von Österreichs Nummer 1, Max Kühner: „Die Pferde, die ich international größer reite, sind alle von Max. Ich hab da gerade viele tolle Siebenjährige – Cardi MT gehört da dazu – das sind schon welche mit Zukunft.“
Ob Schönstetter das Dressurviereck nochmal betritt? Die Antwort bleibt offen. Fest steht: Mit Papillon hat er beim Viersternturnier in Achleiten für eine der charmantesten Geschichten des Wochenendes gesorgt – ein Springreiter, der im Dressurviereck mit seinem schwarzen Hengst Papillon durch den Regen tanzt.

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